Das Labor „Wissensvermittlung mit VR/AR“ möchte die inhaltlichen Möglichkeiten ausloten, die derzeit vorhandene oder absehbar vorhandene Technologien ermöglichen. Um den Rahmen der Wissensververmittlung etwas einzugrenzen, konzentriert sich die Arbeit des Labors auf einen Austellungs- bzw. musealen Kontext. Wie können klassische Ausstellungsinhalte ergänzt werden? Welche Möglichkeiten der Besucherführung bieten sich? Ermöglichen Anwendungen dieser Art eine ganz neue Zielgruppenansprache? Kann das Besuchererlebnis über den Ort der Ausstellung hinaus erweitert werden?

Erstes Labortreffen am 27. Januar 2017

Die Arbeitsgruppe setzt sich zum allerersten Mal zusammen. Vertreten sind in dieser Runde Vertreter*innen von u.a. dem Jüdischen Museum Berlin, Trister, MicroMovie, Pimento Formate, Futurium und Transfermedia.
In einer ersten, recht freien, technologiezentrierten Diskussion werden verschiedene Anwendungsfälle diskutiert, die von Teilnehmer*innen mal beobachtet, getestet oder selbst hergestellt wurden. Dabei fließen auch Beispiele in die Diskussion ein, die keinen oder nur einen mittelbaren Bezug zu VR- und AR-Applikationen haben – viel zitiert an dieser Stelle das Projekt http://radio.garden. Ein weiteres Beispiel zur Inspiration, was mit Daten und Räumen gemacht werden kann, ist das Urban Complexity Lab der FH Potsdam: https://uclab.fh-potsdam.de/.
Die Diskussion zeigt, dass die schon oder in naher Zukunft zur Verfügung stehenden Technologien eine sehr große Zahl an mehr oder minder sinnhaften Anwendungen für die Wissensvermittlung ermöglichen könnte. Selbst die Fokussierung auf einen Anwendungsbereich im musealen Kontext reduziert diese Zahl nicht wesentlich. Ein konkretes Ergebnis zu diesem Zeitpunkt ist jedoch, dass AR-Applikationen in einem Ausstellungskontext wesentlich wahrscheinlicher sind, als VR-Applikationen.
Im Weiteren werden konkretere Ideen im Rahmen von Ausstellungen diskutiert. Es zeigt sich, dass Fragen nach dem Storytelling nachrangig sind, solange Fragen nach Art und Form von Inhalt sowie Fragen nach Interaktionsmodellen offen sind. Zum nächsten Labortreffen werden mögliche inhaltliche Vorschläge in die Runde hineingetragen. Diese sollen dann als Startpunkte zur Entwicklung konkreterer Ideen genutzt werden.
Den Vorschlägen von Elle Langer und Prof. Christian Malterer folgend, wollen wir in den Prozess Design Thinking Methodentools einbinden und den Prozess so gestalten, dass evaluierbar wird, wie AR-Anwendungen in unserem Bezug auf die Nutzer wirken. Ziel des nächsten Treffens kann dann demzufolge sein, einen inhaltlichen und methodischen Rahmen für die weitere Arbeit definiert zu haben.

Zweites Labortreffen am 3. März 2017

Teilnehmende:
TRIAD, Zeiss Großplanetarium, Miriquidi Film, Starberry, Wonderlamp und Transfermedia.

Damit ist das Labor bisher auf 14 teilnehmende Firmen und Institution angewachsen. Davon allerdings repräsentieren nur Drei eine Einrichtung, die mögliche Applikationen im Bereich der Wissensvermittlung bzw. des Edutainments anwenden könnten. Hier soll das Teilnehmerverhältnis zugunsten der Inhalteanbieter noch erweitert werden.
Während des zweiten Labortreffens ist vor allem über die Hürden gesprochen worden, die in der traditionellen Kulturlandschaft vorliegen, wenn man innovative Technologie oder Konzepte einführen möchte. Und wie schon bei dem Treffen des anderen Teils der Gruppe wenige Tage zuvor, dominieren vor allem Fragestellungen zu Techniken und Interaktionskonzepten die Diskussion. Das eigentliche Ziel, Storytellingkonzepte zu entwickeln, dürfte sich sich erst an konkreten Inhalten weiterführen lassen.

Drittes Labortreffen am 5. April 2017

Teilnehmende:
Zeiss-Großplanetarium, Jüdisches Museum Berlin, Futurium, Museum für Naturkunde, Wonderlamp, Shoutrlabs, Trixter, Patisseriefilm, Freie Universität Berlin, Micormovie, TRIAD, Transfermedia, Innovationsforum VR Babelsberg

In der ersten Hälfte des Treffens hat sich das Labor über einen inhaltlichen Vorschlag des Jüdischen Museums ausgetauscht: Um Besuchern die sich ändernden Innenräume von Synagogen im Wandel der Zeit und die damit zusammenhängenden Perspektivwechsel für die getrennt platzierten Männer und Frauen besonders erfahrbar zu machen, könnten VR-, AR-, oder Projektionsapplikationen genutzt werden.
Es wurden die inhaltlichen und technischen Möglichkeiten sowie Limitierungen von unterschiedlichen Ansätzen erörtert. Alle Teilnehmenden des Labors sind aufgefordert, einen konzentrierten Arbeitskern zu bilden, um dieser ersten Idee weitere Energie zu widmen und vielleicht zu einem kleinen Konzept weiterzuentwickeln. Wer sich für diesen Vorschlag weitergehend interessiert oder konzeptionelle Ideen dazu hat, möge sich bitte an den Laborleiter wenden.

Der zweite inhaltliche Beitrag wurde vom Futurium vorgestellt: Kann man eine Architektur oder Stadt der Zukunft mittels VR- oder AR-Applikationen in einer Art Workshop-Umfeld erlebbar machen? Im Gespräch entstand die Eskalation der Idee, inwieweit man sogar Nutzer selbst eine Architektur oder Stadt der Zukunft kreieren lassen und diese eigenen Kreationen dann selbst erfahrbar machen kann.
Wer sich für diesen Vorschlag weitergehend interessiert oder konzeptionelle Ideen dazu hat, möge sich bitte auch an den Laborleiter wenden.

Viertes Labortreffen am 7. April 2017

Teilnehmende:
Trixter, Filmmuseum Potsdam, Museum für Naturkunde, Transfermedia, Innovationsforum VR Babelsberg

Im Labortreffen am Freitag wurden weitere zwei inhaltliche Beiträge geleistet. Das Filmmuseum Potsdam, vertreten durch ihre Leiterin Fr. Prof. Ursula von Keitz, berichtete von ersten Machbarkeitsüberlegungen zu einer VR-Anwendung anlässlich der Ausstellung „100 Jahre UFA“. Unter der Überschrift „Mythologie und Moderne“ besteht die Überlegung, ob man das „Nibelungenlied“ und den „Hobbit“ in einer VR-Expierence miteinander verweben kann. Darüber hinaus bot Fr. Prof. v. Keitz für alle in diesem Rahmen enstehenden oder bereits bestehenden Projekte empirische Begleitforschung an.

In der zweiten Hälfte stellte das Museum für Naturkunde ein Projekt vor, das derzeit innerhalb des Museums noch im Entstehen begriffen ist. Die sehr umfangreichen und zum Teil schon sehr aufwendig digitalisierten Exponatbestände des Naturkundemuseums sollen in einer effektiv durchsuchbaren Datenbank abgelegt und über eine ansprechende Plattform der Wissenschaft sowie der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht werden. Hierunter fallen zum Beispiel ein großes Tierstimmenarchiv oder Gigapixelaufnahmen der im Museumsbestand vorhandenen Insekten, die sich für Morphologiestudien eignen würden. Das Museum ist grundsätzlich daran interessiert, dass diese Daten Verwendung finden. Hier lohnt es sich ganz bestimmt, die Köpfe weiterhin zusammenzustecken.

Das gesamte Labor sei hiermit nocheinmal aufgerufen, sich um diese sehr spannenden Themen aus so ganz unterschiedlichen Bereichen herumzufinden und in kleinen AGs in unmittelbaren Austausch zueinander zu treten. Zwei Stunden Dialog pro Monat sind knapp, um eine Idee feiner auszuarbeiten. In knapp einem Monat tritt das Labor wieder zusammen. Konkretisierungen entlang der in der letzten Woche beigesteuerten Inhalte wären ein wunderbares Zwischenergebnis in unserer Laborgruppe.

Trotz aller zeitlicher, finanzieller, personeller und sonstiger Ressourcenzwänge, die jeder von uns aus seinem jeweiligen Beritt kennt, möchte ich an dieser Stelle nochmal anregen, auch und gerade zu Beginn an eben jenen Zwängen vorbei und etwas größer zu denken. Am Ende dieses Prozesses muss und kann auch kein wasserdichter Workflow oder ein umsetzungsreifer Prototyp stehen. Die Frage müsste zunächst einmal heißen: Wie wollen wir Inhalte, Stories, Emotionen transportieren? Und dann erst: Wie wird uns welche Technik dabei helfen? Das Skalieren auf reale Maße kommt dann schon zwangsläufig.

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